Amphitheater in Gelsenkirchen

Deep Purple und Shaking Godspeed

Unterwegs-in Gelsenkirchen(20.07.2011) Rock meets Classic, oder DEEP PURPLE treten mit der Neuen Frankfurter Philharmonie auf und geben ihren Songs einen klassischen Touch. Mit einem fast 50 köpfigen Orchester werden die Songs aus dem riesigen Reportoire von DEEP PURPLE in ein neues Gewand gehüllt. Mit dem Amphitheater hat man zudem eine schöne Open Air Location gewählt. Eigentlich. Denn heute regnet es nur im Ruhrpott, doch pünktlich zum Einlass hört der Regen zum Glück auch mal auf, nur viel Sonne scheint leider trotzdem nicht. Noch schlimmer wird die Wartezeit durch die Vorband SHAKING GODSPEED aus den Niederlanden. Gut ankommen tut das Trio nun wirklich nicht, Die recht junge Truppe spielt Rock aus den tiefsten 70ern inklusive viel Noise und Drogenrock. Damit gewinnt man bei dem relativ alten Publikum keinen Blumentopf. Kein Song bleibt wirklich hängen und man betet, dass die Band nicht all zu viel spielt. Trotz vieler verschiedener Parts bleiben die Songs eher unterdurchschnittlich, nervig und langweilig ohne Ende.


Unterwegs in - © sumnersgraphicsinc - Fotolia.comPunkt 21 Uhr betreten Band und Orchester dann die Bühne und geben den Klassiker „Highway Star“ zum Besten. Schon während der ersten Töne fällt das Orchester positiv auf, denn es gibt den Songs eine ganz neue Klasse. Es spielt nicht durchgehend mit sondern schön akzentuierend. DEEP PURPLE scheinen heute gut in Form zu sein und rocken ihrem Alter entsprechend gut über die Bühne. Selbst Sänger Ian Gillan macht bei den Tönen wo er mit seiner Kopfstimme singt eine recht gute Figur – auch wenn er natürlich nie wieder an seine Leistungen aus den 70ern herankommen wird. Nervig sind nur die zu langen obligatorischen Solo-Einlagen von Gitarrist Neil Moorse. Doch vom Publikum ernten diese ordentlichen Beifall. Die Setlist der britischen Rock-Legende umfasst die gesamte über 40 jährige Karriere der erfolgreichen Hard Rock-Band. Altbekannte Hits wie „Highway Star“, „Space Truckin’“ oder „Demon’s Eye“ fehlen genauso wenig wie neuere Songs wie der Titeltrack des seit sechs Jahren aktuellen Albums „Rapture Of The Deep“. Auch der ein oder andere selten gespielte Song wie „When The Blind Man Cries“ wird heute zum Besten gegeben und vom Orchester passend durch Streicher oder Bläser untermalt.
Nach anderthalb Stunden und einem großartigen „Smoke On The Water“ ist dann allerdings das erste Mal Schluss bevor die Rock-Opas für den Zugabenteil erneut die Bühne des Gelsenkirchener Amphitheaters betreten. Doch nach dem Evergreen „Black Knight“, welches die Band um Ian Gillan ziemlich in die Läge zieht um das Publikum noch ein letztes Mal ordentlich mitzureißen, ist dann nach einer Stunde und 50 Minuten Schicht im Schacht und man verabschiedet sich von den gut 3500 Fans.

Übrigens

Unterwegs in - © Yuri Arcurs - Fotolia.comBis auf die Vorband war das Konzert in Gelsenkirchen mehr als gelungen. Der Sound war super und das Orchester konnte die Songs noch einmal ordentlich aufwerten. Und zudem wird man sicherlich nicht mehr all zu oft die Gelegenheit bekommen DEEP PURPLE live zu erleben.

Text © by Sebastian Berning