Düsseldorf - Mitsubishi Electric Hall

The Kooks mit Auletta

Unterwegs-in © Pavlo Ridnjak - Fotolia.com (01.11.2011) "Ausverkauft" heißt es schon Tage vor der Konzert der britischen Indie-Rocker THE KOOKS. Und dies will schon was heißen. Ich habe andere Größen wie MY CHEMICAL ROMANCE, HURTS, SLAYER, MOTÖRHEAD, SLIPKNOT oder DREAM THEATER schon vor weniger Menschen in der ehemaligen Phillips Halle spielen sehen. Nach der etwas längeren Pause der Band und des neuen verhalteneren Albums "Junk Of The Heart", welches hier und dort gerne PINK FLOYD zitiert, hätte ich nun wirklich nicht einen solchen Teenieansturm erwartet. Obwohl sich auch genügen Ü-30er unter den gut 7000 Menschen tummeln, die sichtlich Spaß haben.
Man darf zudem gespannt sein was einen am heutigen Abend erwarten wird. Als ich THE KOOKS letztes Jahr auf dem belgischen Pukkelpop gesehen habe wirkte die Truppe ziemlich lustlos und gelangweilt. Vielleicht lag es dadran, dass man vor IRON MAIDEN und BLINK-182 bei Tageslicht spielen musste oder sie hatten nur einen schlechten Tag, trotzdem war dies eine der größten Festivalenttäuschungen, da man im Vorjahr bei Rock am Ring punkten konnte.
Schon bei den ersten Tönen von 'Is It Me' wird klar, dass die Band heute einen mehr als guten Tag erwirscht hat. Sänger/Gitarrist Luke Pritchard tanzt über die gesamte Bühne, währen der Rest der Jungs eher verhalten wirkt und einen eher kleinen Bewegungsradius besitzt. Als dann ein dickes Songpaket vom ersten Album "Inside In / Inside Out" ertönt gibt es für das meist jugendliche und meist weibliche Publikum kaum noch Halten und Songs wie 'Matchbox', 'Sofa Song' oder 'Ooh La' werden lauthals mitgesungen.


Unterwegs in - © sumnersgraphicsinc - Fotolia.comAber auch neuere Lieder wie 'Rosie', 'Junk Of The Heart (Happy)' oder 'How'd You Like That' kommen erstaunlich gut an. Die Setlist ist eh ziemlich gut und nahezuausgeglichen. Die Hälfte der Songs stammen vom Debüt, die andere Hälfte teilt sich zwischen dem neuen Album "Junk Of The Heart" und dem zweiten Werk "Konk". Mir selber bereitet das großartige 'Do You Wanna' vom zweiten Streich der vier Indie Rocker ziemlich viel Freude und mit diesem Track beenden die Briten ihr Set. Aber natürlich gibt es noch eine Zugabe, bei dem vor allem das abschließende 'Naive' euphorischen Jubel bei den Fans auslöst und die Show, welche übrigens von einer absolut tollen Lichtshow begleitet wurde und soundtechnisch ebenfalls überzeugen konnte, nach etwas mehr als 80 Minuten beendet.

Übrigens

Unterwegs in - © Yuri Arcurs - Fotolia.comVorbands gab es natürlich auch. MORNING PARADE, welche ich allerdings durch die von mir mehr als dezent unterschätzte Parkplatzsituation verpasst habe und dann noch AULETTA, welche mit ihrer Single 'Make Love Work' neulich noch etwas Aufmerksamkeit bei Viva erhaschen konnten. Der Indie-Pop/Rock der Deutschen ist nicht schlecht und auch sonst vermag man den ein oder anderen Fan zu gewinnen oder schon längst dabei zu haben. Auf Dauer hingegen wirken die Songs bei mir leider nicht. Sie gehen rein und schnell wieder raus. Schade eigentlich, da man als Liveband ansich -ohne Ton- überzeugen könnte.

Text © by Sebastian Berning