Veltins Arena in Gelsenkirchen

Metallica mit Slayer, Megadeth und Anthrax

Unterwegs-in © Firma V - Fotolia.com(02.07.2011) Die Big 4, die großen vier des Thrash Metals, auf einer Bühne. Vor Jahren schien dies noch undenkbar zu sein, doch seit diversen Auftritten letztes Jahr zeigen sich die Musiker gemeinsam auf Fotos und loben die Arbeit des anderen. Die vier Großen spielen ihr einziges Deutschlandkonzert in Gelsenkirchen und natürlich herrscht großer Andrang bis es am Ende heißt, dass die Show ausverkauft ist. Schon vor Beginn reihen sich 52.000 Metalheads in Schlangen ein um gute Plätze zu bekommen, wer Sitzplätze hat geht die ganze Sache natürlich was lockerer an. Als ANTHRAX ihr Set beginnen ist die Arena noch etwas spärlich besucht, allerdings ist dieses spärliche bei insgesamt 52.000 Besuchern immer noch mehr als die meisten Bands je vor spielen werden. Schade bei ANTHRAX ist, dass ihr Gitarrist Scott Ian fehlt. Ersetzt wird dieser durch SEPULTURA-Axtmann Andreas Kisser. Sänger Joey Belladonna und seine Truppe setzten voll und ganz auf eine Setlist mit ihren Klassikrn aus den 80ern wie „Indians“, „Caught In A Mosh“ oder „Antisocial“. Doch auch der neue Song „Fight Em Till You Can’t“ vom bald erscheinenden Album „Worship Music“ kommt zum Einsatz. Nach gut 45 Minuten ist das Schluss mit dem ersten Auftritt, welcher leider etwas unter schlechtem Sound litt. Und dieser wird bei den nachfolgenden MEGADETH nicht gerade besser. Im Gegenteil: Während den ersten beiden Songs ist der Sound, der die Veltins Arena beschallt noch schlechter als bei ANTHRAX. Man kann kaum die Songs erkennen, doch als „Hanger 18“ als drittes Lied ertönt wird der Klang zum Glück besser. MEGADETH spielen sich ordentlich durch ihr Set, wirken aber etwas schläfrig und so wird sich kaum bewegt. Wenn Dave Mustaine eine Runde über die Bühne läuft ist dies meist das höchste der Gefühle. Dennoch rein songtechnisch und spielerisch legt die Gruppe einen mehr als ordentlichen Auftritt hin.

Unterwegs in - © sumnersgraphicsinc - Fotolia.comAllerdings können SLAYER das noch besser. Obwohl man auch hier statt mit Gitarrist Jeff Hannemann mit EXODUS-Gitarristen Garry Holt auskommen muss. SLAYER bieten trotzdem eine erstklassige Show mit einer sehr guten Setlist, die Klassiker und neuere Songs wie „Snuf“ verbindet. Bei den Thrash-Helden geht bisher auch am meisten beim Publikum. Viele kleine Moshpits entstehen und auch auf den Rängen stehen die meisten Fans schon und recken ihre Fäuste hoch zu Tracks wie „War Ensemble“ oder „South Of Heaven“. Leider spielt die Band nur gute 55 Minuten und so werden sicherlich von jedem ein, zwei Songs schmerzlich vermisst. Bisher aber haben SLAYER den besten Auftritt hingelegt. Doch kommen noch METALLICA. Schon beim obligatorischen Intro raunt großer Jubel durch die Arena. Als dann der Opener „Hit The Lights“ vom Debütalbum „Kill Em All“  gibt es kein Halten mehr und die Menge rastet aus. Das Publikum übertönt fast die Band, welche heute in sehr guter Form ist und ein Best-of-Set vor dem Herren liefert. Man konzentriert sich fast ausschließlich auf die ersten fünf Alben. Mir „All Nightmare Long“ gibt es aber einen Song vom aktuellen Album „Death Magnetic“, sowie mit „The Memory Remains“ ein Stück von „Reload“.
Der Sound bei METALLICA ist wesentlich besser als bei den vorigen Bands. Ebenso fährt die erfolgreichste Metal-Band aller Zeiten auch ordentlich Pyros, Feuer und Feuerwerkskörper auf um Gelsenkirchen ordentlich einzuheizen. Nach dem grandiosen „Fade To Black“ und „Enter Sandman“ ist dann ersteinmal Schluss.

Übrigens

Unterwegs in - © Yuri Arcurs - Fotolia.comBevor die Mitglieder von METALLICA, MEGADETH und ANTHRAX auf die Bühne kommen und den DIAMOND HEAD-Klassiker „Helpless“ zum besten geben. Nach zwei weiteren METALLICA-Songs ist dann Schluss nach den letzten Tönen von „Battery“.
Insgesamt war The Big Four ein sehr gutes Konzert, welches leider unter nicht ganz optimalem Sound und katastrophaler Organisation bei den Getränken litt.

Text © by Sebastian Berning