Man Overboard - Black Veil Brides - Basement - Whitesnake 

Real Talk - Set The World On Fire - "I Wish I Could Stay Here" - 1987

Unterwegs-in © WoGi - Fotolia.com(23.12.2011) Mit "Real Talk" liefern Man Overboard endlich ihr Debütalbum ab. Schon auf ihren bisherigen EPs lieferte das Quartett aus den Vereinigten Staaten delikaten Pop Punk ab. Man eifert erfreulicherweise nicht All Time Low nach sondern verfolgt eher den Weg älterer Bands wie New Found Glory oder Blink-182, sprich der Sound der Truppe verfügt neben catchy Hooklines auch über Ecken und Kanten.

Und damit sind sie im Moment nicht alleine. Bands wie The Wonder Years, Four Year Strong oder Fireworks fahren einen ähnlichen Sound. Doch es sind Songs wie 'World Favorite' oder 'Fantasy World' die Man Overboard dazu verhelfen die vielversprechendste Band dieser neuen Pop Punk Bewegung zu werden. "Real Talk" ist eines der aufregendsten Alben, die ich seit langer Zeit aus dem Genre gehört habe. Hier passen einfach die Songs, Melodien und Arrangements zusammen. Kaum ein Song der einem nicht leicht ins Ohr geht und dort auch erst einmal eine ganze Weile verbleiben mag.
"Real Talk" ist einfach eine super Platte. Wer Pop Punk mag wird Man Overboard lieben. Vor allem weil man nicht so zuckersüß klingt wie viele andere aktuelle Bands, die alle nur Fall Out Boy und All Time Low nacheifern.

Mit ihrem zweiten Album "Set The World On Fire" melden sich die Black Veil Brides zurück. Und wie sie das tun! Mit neuem Styling und neuem Sound will man wohl nun die großen Hallen dieser Welt bespielen. Wo früher Metalcore/Post-Hardcore herrschte, gibt es nun einen Hybrid aus 80er Rock und Metal auf die Ohren, der sehr an die Kollegen von Avenged Sevenfold erinnert.

Schon der Opener 'New Religion' weiß zu gefallen mit seinem extrem rockigen Riff und den schönen Twinlead-Gitarren. Ja, das gefällt doch wesentlich besser als noch die stilistische Ausrichtung des eher mittelmäßigen Vorgängers. Auch die weiteren Songs können extrem überzeugen und sind oft sogar noch besser. Wie zum Beispiel das grandiose 'Rebel Love Song', der mit Sicherheit einer der besten Songs dieses Jahres darstellt.

Die Black Veil Brides scheinen nach den Sternen zu greifen und liefern ihren Fans zwar ein komplett unerwartetes Album ab, dafür aber eines welches durch Vielschichtigkeit uberzeugen kann. Egal ob man auf Balladen steht, rockige Riffs der Marke Mötley Crüe oder endgeile Soloeinlagen. Die Truppe um Andy Biersack schafft mit "Set the World On Fire" eine Platte, welche all dies verbindet.

Ich hätte der Band nun wirklich nicht ein so gutes Album zugetraut. Mit ihrem kompletten Make-over überraschen die Black Veil Brides und liefern neben einer der größten Überraschungen 2011 auch eines der besten Alben des Jahres hin.

Basement - "I Wish I Could Stay Here"

Unterwegs in - © dzain - Fotolia.comTitle Fight hatten 2011 ein mehr als erfolgreiches Jahr. Ihr Mix aus 90er Jahre Emo und Punk Rock konnte wirklich viele Leute überzeugen. Die Briten von Basement hingegen sind noch eher ein Geheimtipp, schlagen musikalisch aber in eine ähnliche Kerbe.
Das mit dem Geheimtipp sollte sich aber schnell ändern. Immerhin ist ihr Debütalbum "I Wish I Could Stay Here" eine wirklich runde Sache. Allein der Quasititelsong 'Crickets Throw Their Voice', dem der Albumtitel entstammt, ist ein Gänsehaut erzeugender Song. Doch die anderen neun Songs der Platte können ebenso überzeugen. Wirkliche Schwächen kann man auf dem Debüt der Briten nicht ausmachen. Dass diese Art der Musik sicherlich nicht jedermanns Sache ist, ist den Jungs selber bestimmt klar, aber eigentlich sollte man jeden Title Fight Fan überzeugen können.
Der emotionale Punk Rock von Basement ist wirklich eine schöne Angelegenheit, die auf jeden Fall mehr Beachtung verdient als ihr momentan zu Teil wird. Vielleicht ändert sich dies aber wenn man mit Your Demise im März 2012 auf Europatour geht und sich so ganz bestimmt den ein oder anderen neuen Fan erspielen wird. 

Whitesnake

Whitesnake wollten den Musikmarkt von Amerika knacken. Dies gelang ihnen 1985 endlich mit dem Album "Slide It In". Doch was folgen sollte, war die Erfüllung ihrer kühnsten Träume mit dem schlicht "1987" betitelten Album. Alleine in den USA soll diese Platte mehr als acht Millionen Einheiten verkaufen und es somit zu einem der erfolgreichsten Alben aller Zeiten machen.

1987. Der Hair Metal tobt in den USA und eine Band nach der anderen kriegt Gold- und Platinauszeichnungen. Ebenso Whitesnake, die ihren Sound an den US-Markt anpassten. Auf "1987" zeigt man sich so poppig wie nie zuvor, schraubt gleichzeitig aber auch den Härtegrad noch etwas nach oben. Hier ist wirklich jeder Song ein Hit. Egal ob die Neuaufnahme des alten Songs 'Here I Go Again' oder der Opener 'Children Of The Night' oder oder oder. Höhepunkte liefert die Platte auf jeden Fall genug.

Whitesnake sind hier definitiv bei ihrem künstlerischen Höhepunkt angelangt. Jede Note sitzt einfach perfekt in diesen knapp 48 Minuten. Die Band um Sänger David Coverdale rockt sich nahezu perfekt durch die elf Songs des kommerziell erfolgreichsten Werks der Briten. Allein das unterbewertete 'You're Gonna Break My Heart Again' ist den Kauf dieses Hair Meal/Hard Rock-Meilensteins wert.

Wer Whitesnake mag braucht dieses Album. Wer Hair Metal mag braucht dieses Album. Eigentlich sollte sich "1987" in jeder guten Plattensammlung befinden, egal ob Mainstream, Rocker oder Headbanger. Ein absoluter Pflichtkauf!

Text © by Sebastian Berning