Dokken - Carnifex - Quiet Riot - Black Veil Brides

Breaking The Chains - Tooth And Nail - Under Lock And Key - Metal Health - "Rebells" EP

Unterwegs-in © WoGi - Fotolia.com(06.01.2012) Dokken - Breaking The Chains.
1983 veröffentlichten die Jungs um Sänger Don Dokken ihr Debütwerk "Breaking The Chains". Schon lange als Geheimtipp in der aufstrebenden Hard Rock/Glam Metal-Szene konnte die Truppe nun auch auf ein größeres Publikum treffen.
Dokken bieten einem einen gut rockenden Mix aus Hard Rock, Glam Metal und Heavy Metal. Die Riffs des Debutalbums der Gruppe rocken gut nach vorne weg und es werden schon kleine Hits wie das eingängige 'Young Girls' oder dem Titelsong 'Breaking The Chains'. Besonders der Gesang von Don Dokken ist sehr markant und zeichnet die zehn hier gebotenen aus. Besonders 'Live To Rock (Rock To Live)' vereint alles wofür das Quartett steht - musikalisch wie auch auf lyrischer Ebene.
Doch schaffte es die Band nicht s erfolgreich zu sein wie die Kollegen von Quiet Riot oder Mötley Crüe. Ihre Plattenfirma Electra wollte Dokken schon fallen lassen, doch versprach man mehr Erfolg mit dem nächsten Album.

Genau dieser Erfolg sollte auch mit dem zweiten Werk "Tooth and Nail" kommen, doch ist "Breaking The Chains" das dafür benötigte Fundament, welches jeder 80er Rock-/Metal-Fan kennen sollte.

Dokken - Tooth And Nail

Nachdem das Debütalbum "Breaking The Chans" nicht unbedingt den erhofften Erfolg brachte, lastete bestimmt enormer Druck auf den Rockern von Dokken während der Aufnahmen von ihrem zweiten Werk "Tooth And Nail". Doch hat sich dieser gelohnt, da man endlich mehr Erfolg hatte. Die Single 'Into The Fire' hielt sich ganze acht Wochen in den amerikanischen Top40 und die Platte landete auf Platz 35 der amerikanischen Jahresendcharts sowie eine Platinauszeichnung.

Auf ihrer zweiten LP zeigt man sich 1984 hitlastiger als noch auf dem Vorgänger. Der Titeltrack alleine ist schon den Kauf der CD wert. Doch auch Songs wie 'Into The Fire', das langsamere 'Just Got Lucky' oder auch 'Alone Again' sind allesamt klasse Songs. Doch wo andere Bands wie Van Halen, Def Leppard, Ratt oder Mötley Crüe schon richtig große Hallen oder gar Stadien füllten waren Dokken zwar erfolgreich aber doch noch etwas mehr die Underdogs der Szene - auch wenn eine Platinauszeichnung etwas anderes sagt. Heute ist die Band nämlich fast vergessen wo Def Leppard immernoch vor großen Menschenmengen spielen.

Doch noch waren Dokken immer noch nicht auf ihrem kreativen und kommerziellen Höhepunkt angekommen. Die beiden folgenden Alben bieten einfach noch mehr Hits und besseres Songwriting.

"Under Lock And Key" - "Until I Feel Nothing"

Unterwegs in - © dzain - Fotolia.comDas dritte Album von Don Dokken und seinen Mitstreitern, "Under Lock And Key" von 1985, soll gleichzeitig ihr Bestes sein. Niemals vorher oder nachher wird der Truppe solch ein Hammer von Album gelingen. Alleine das Riff von 'Lightning Strikes Again' rockt dermaßen, dass man fast das ganze Interieur der Wohnung zermalmen möchte.

Wirklich jeder der zehn Songs ist ein Knüller. Der Opener 'Unchain The Night' geht gut ins Ohr rein, der Klassiker 'It's Not Love' oder besagtes 'Lightning Strikes Again' muss einfach jeder Hair Metaller in und auswendig kennen. Dokken präsentieren sich auf ihrem dritten Streich etwas derber als zuvor und wirken so wilder. Man kann sogar mit dem absolut wilden "Shout At The Devil" von Mötley Crüe mithalten, welches eines der räudigsten Alben der Szene darstellt - bis heute.

Erneut ist es neben Gitarrenass David Lyynch Sänger Don Dokken, welcher auf den 36 minütigen Werl glänzt. Hier sitzt jeder Kopfnote nahezu perfekt. Allein die Kopfstimmeinlage von 'Lightning Strikes Again' kann sich locker zum besten zählen was der Sänger in seiner über 30 jährigen Karriere eingesungen hat.

"Under Lock And Key" verkörpert den Glam Metal der ersten Hälfte der 80er Jahre quasi perfekt. Vom Cover über die Bandfotos bis zu den typischen Riffs. Wer also auf diesen Sound steht und etwas anderes als die sonst so gelobten Bands wie Mötley Crüe hören möchte, der sollte sich dieses Album direkt kaufen.

Carnifex - "Until I Feel Nothing"

CARNIFEX haben sich über die letzten Jahre in der Deathcore-Szene ziemlich gemacht. Ihre Konzerte sind ein lustiger Anblick von Kids, die nur auf den Breakdown warten, um auszurasten und den restlichen Song über wie der letzte Nerd auf dem Abschlussball in der Ecke stehen. Aber gut, musikalisch ist die Band schon recht unterhaltsam.

Mit "Until I Feel Nothing" gibt es mittlerweile das vierte Werk auf die Ohren. Viel getan hat sich allerdings nicht im Hause CARNIFEX. Es gibt ordentliches, modernes Death Metal-Geballer mit vielen brutalen Breakdowns versetzt. Auf Platte Nummer Vier kommt besonders der Metal-Anteil voll zum Tragen und man schafft es ab und an sogar wirklich, einprägsame Riffs aus dem Ärmel zu schütteln, die einen auch noch ein zweites Mal interessieren.

Dennoch ist ein CARNIFEX-Album selten besser als das, der unzähligen anderen Bands, dieser etwas nichtssagenden und absolut gleichklingenden Szene. Kaum eine Deathcore-Band sticht doch wirklich heraus. Mehr als drei, vier Bands fallen mir da beim besten Willen nicht ein. Eine davon wäre vielleicht sogar CARNIFEX, wenn man endlich mal ein Schippchen mehr drauflegen würde. Wo SUICIDE SILENCE und DESPISED ICON hier und da immer einprägsame Momente liefern, an denen sich der Hörer festhalten kann, machen CARNIFEX genau dies zu selten bis gar nicht.

"Until I Feel Nothing" kann man sich anhören, vermisst es aber auch nicht gerade. Szene-Kinder mit "Death Fucking Metal"-Backprints auf den T-Shirts werden die halbstündige Tracht Prügel sicherlich genießen. Der durchschnittliche, moderne Metal/Metalcore-Fan kann sich seine Zeit allerdings besser vertreiben.


Quiet Riot - Metal Health


QUIET RIOT sind eine der vielen Geschichten der 80er Hard Rock-Szene, die kometenhaft begannen und genauso steil fielen. Ihr eigentliches Debütalbum "Metal Health" ist das erste Metal-Album, welches auf Platz 1 der amerikanischen Billboard Charts kletterte. Direkt sechs mal gab es Platin für das 1983er Werk des Quartetts. Und alles nur wegen 'Cum On Feel The Noise', einem Cover der UK-Glam Rocker SLADE.
Auch wenn dieses Cover ihnen Ruhm und die Erfüllung des Rock'n'Roll-Traumes brachte bietet "Metal Health" dem Hörer doch noch einiges mehr. Der Opener und Titeltrack 'Metal Health (Bang Your Head)' ist genauso ein Klassiker wie das SLADE-Cover. Mit 'Don't Wanna Let You Go' hat man eine astreine Power-Ballade an Bord und Songs wie 'Breathless' oder 'Love's A Bitch' rocken ziemlich gut nach vorne. QUIET RIOT präsentieren auf ihrem Debütalbum, wenn man von den beiden Japan-only Releases vorher einmal absieht, lupenreinen Glam Metal der Frühphase, noch ohne all zu viel Pop und Schminke wie spätere Bands, etwa POISON, WARRANT oder BON JOVI. Man hört hier sogar noch die ein oder andere Metal-Anleihe raus, was bei späteren Gruppen nicht mehr immer der Fall war.
Man vereint hier alle Trademarks der ersten Glam Metal-Welle. Coole sowie rockige Riffs mit leichter Metal-Breitseite und hohen Gesang, der zugleich einprägsam ist. Für jeden Fan von Hard Rock und Hair Metal ist "Metal Health" ein Muss. Und immerhin konnte man noch mit dem nächten Album "Condition Critical" einmal Platin einheimsen bevor man in der Vergessenheit verschwand.

Black Veil Brides - "Rebells" EP


2011 war ein verdammt erfolgreiches Jahr für die BLACK VEIL BRIDES. Zum Jahresabschluss gibt es mit "Rebells" noch eine neue EP über iTunes zu kaufen passend zur neuen Single 'Rebel Love Song', dessen Video als Bonus enthalten ist.

Wirklich spannend sind allerdings die drei neuen Songs der Band um Andy Biersack. Mit 'Coffin' gibt es einen neue Eigenkomposition auf die Ohren, die es wirklich in sich hat. Ein erstklassiger Songs, der alles vereint wofür die Band steht. Sogar einen richtigen Breakdown haben die Rocker eingebaut und den Track mit einem Refrain versehen, für den die meisten anderen Bands töten würden. Eingängig und doch nicht anbiedernd.

Als Bonus sind dann noch zwei Coverversionen enthalten. Die erste ist - passend zum Titel der Single - 'Rebel Yell' von BILLY IDOL. Dieser Song wurde schon von vielen gecovert, seien es die Goth Rocker von HIM, Joey Jordison's MURDERDOLLS oder sonst wer, die Liste ist wirklich lang, doch die BLACK VEIL BRIDES geben dem Klassiker eine eigene Note mit modernem Riffing und der düster-rauchigen Stimme von Biersack. Das zweite Cover stammt von KISS. Und Gott sei Dank handelt es sich nicht um einen der üblichen Verdächtigen wie 'I Was Made For Loving You' oder 'Detroit Rock City' sondern den Opener 'Unholy' vom 1992er Werk "Revenge", welches übrigens eines ihrer besten Alben darstellt. Zwar bietet die Platte bessere Songs wie 'I Just Wanna', dennoch setzen die BLACK VEIL BRIDES diesen Song super um und geben auch ihm einen eigenen Touch.
Für gerade einmal 3,99 Euro macht man hier absolut nichts falsch. Alleine 'Coffin' rechtfertigt schon den Kauf der "Rebels" EP. Man kann gespannt sein was 2012 von der Band kommen wird.

Text © by Sebastian Berning