Against Me! - That Sunday Feeling - Van Halen - Confession

White Crosses/Black Crosses - That Sunday Feeling EP - 1984 - The Long Way Home

Unterwegs-in © WoGi - Fotolia.com(26.01.2012) Was muss das ärgerlich für die Jungs von AGAINST ME! gewesen sein. Letztes Jahr wurde ihr Album "White Crosses" direkt drei Monate vor der eigentlichen Veröffentlichung geleaked. Dies hat schon viele Bands in ähnlicher Härte getroffen wie THRICE mit ihrem 2009er Werk "Beggars" oder BRAND NEWs Meisterwerk "The Devil And God Are Raging Inside Of Me". Um nun doch noch den ein oder anderen zum Kauf anzuregen liefern AGAINST ME! nun nicht nur "White Crosses", sondern auch "Black Crosses". Die weißen Kreuze sind dem Fan natürlich bekannt. AGAINST ME! haben ein ziemlich feines Album gemacht letztes Jahr. Irgendwo zwischen Punk Rock, Alternative Rock, den gehabten Folk-Einflüssen und neuen Anleihen aus Radio-Rock, der auf Massen abzielt. Die Truppe klingt auf der Platte besser als zuvor. Mir selber gefällt der etwas geglättete Sound - THE GASLIGHT ANTHEM steht dieser auch besser als der punkige Sound des Debüts.
Doch was diesen Re-Release interessant macht, sind die 14 Bonustracks, die in Form der zweiten CD "Black Crosses" beiliegen. Gut, bahnbrechend Neues wird der Fan hier nicht finden. Nur Akustikversionen oder Demoversionen zu "White Crosses"-Songs. Besonders gut sind die Akustikversionen, die vielen Songs einen komplett anderen Touch geben. So kriegt der Opener beider CDs 'White Crosses' in der Akustikversion wesentlich mehr Tiefe als noch in seiner elektrisch verzerrten Urform. Ob man allerdings jede Demoversion braucht, ist einem selber überlassen. Oft hat sich nicht allzu viel im Vergleich zur Albumversion geändert.

"White Crosses / Black Crosses" ist definitiv ein Grund bei diesem Werk zu zu greifen. Wer es schon besitzt muss einfach selber entscheiden ob ihm die Bonustracks das Geld wert sind (bei iTunes kann man "Black Crosses" übrigens einzeln kaufen).
Die-Hards werden sowieso zuschlagen.

That Sunday Feeling - "That Sunday Feeling EP"

That Sunday Feeling könnten 2012 einiges reißen. Die englischen Pop Punker haben just ihre Debüt-EP in Eigenregie bei iTunes veröffentlicht, man dreht professionelle Musikvideos und tourt fleißig durch das Vereinte Königreich. Die vier Jungs wollen den Durchbruch und eigentlich haben sie dazu auch die richtigen Songs.

Die fünf Songs ihrer Debüt-EP sind allesamt irgendwo zwischen Fall Out Boy, All Time Low, You Me At Six und The Maine anzusiedeln. Diese Einflüsse hört man mehr als deutlich aus dem Sound der Truppe heraus. Dass man hier also keine peitschenden Riffs erwarten darf ist jedem Hörer nach den ersten Tönen des Openers 'Headstrong' sofort klar. Dafür beweist man ein gutes Gespür für Teenie-freundliche Melodien und Hooklines. Dies wird beim nächsten Track 'Greater Heights' sogar noch deutlicher. Hier schielt man nicht nur in Richtung Radio, sondern man starrt regelrecht. Großes Highlight ist allerdings der letzte Song, 'You're So Vain'. That Sunday Feeling zelebrieren hier noch einmal Pop Punk der Extraklasse, dessen Refrain einen so schnell nicht mehr loslassen sollte.

Für eine Band ohne Plattenvertrag ist diese EP mehr als gelungen - soundtechnisch sowie kompositorisch. That Sunday Feeling wissen wie man gute Songs schreibt. Zwar ist man von den Vorbildern noch ein gutes Stück entfernt, aber die Jungs stecken gerade einmal in den ganz, ganz frühen 20ern, da kann noch einiges kommen. Man sollte That Sunday Feeling auf jeden Fall im Auge behalten.

Van Halen - 1984

Unterwegs in - © dzain - Fotolia.com'Jump'. Diesen Song kennt sicherlich jeder Rock-Fan. Das prägnante Keyboard-Riff ist schon nach den ersten paar Sekunden eindeutig als der Van Halen Hit auszumachen. Nicht umsonst also bekam das dazu gehörige Album "1984" allein in den USA zehnfach Platin als Auszeichnung. Neben dem großen Hit der Band um Gitarrenheld Eddie Van Halen bietet das Werk allerdings noch einiges mehr.

Nach dem Keyboard-Doppelschlag des Intros und 'Jump', rockt man mit 'Panama' ordentlich los. Hier regieren rockige Gitarrenriffs und keine Keyboardsounds. Auch das freche 'Hot For Teacher' bietet absolut feine Gitarrenarbeit, die straight nach vorne rockt und kann ein fetziges Hauptriff vorweisen.

Es ist nahezu eine Schande, dass dies die letzte Platte mit David Lee Roth war bis 2012 das neue Album "A Different Kind Of Truth" erscheinen wird.  "1984" hingegen ist ein absoluter Klassiker was Hard Rock angeht.

Confession - The Long Way Home

Im Februar 2012 erscheint auch hierzulande endlich das neue Album von Confession, der Band um Michael Crafter, welcher durch seine Vocals auf den ersten I Killed The Prom Queen-Veröffentlichungen glänzen konnte. Doch nachdem die australische Metalcore-Institution ad acta gelegt wurde, startete er mit Confession eine neue Band. Deren Debüt-EP "Can't Live, Can't Breathe" zeigt einen wesentlich Breakdown-lastigeren Sound, der eher an Bury Your Dead als Parkway Drive und Metal erinnerte.

Die EP war trotzdem große Klasse, konnte sich aber besonders durch Crafters Vocals auszeichnen. Dies ging beim Debütalbum "Cancer" leider etwas unter. Zu verzerrt beziehungsweise bearbeitet klang das Gebrüll und bis auf wenige Ausnahmen blieb wenig hängen. Das zweite Werk, "The Long Way Home", bietet da schon wieder mehr.

Insgesamt ist das Breakdownfeuerwerk wieder etwas eingängiger, aber auch abwechslungsreicher. 'Piece By Piece' startet mit dem klar gesungenen Refrain und wird sicher den ein oder anderen überraschen bevor es wieder heftige Breakdowns regnet. 'Heartless' sollte mit zum heftigsten zählen was die Australier bisher aufgenommen haben. Auch der Titeltrack weiß zu gefallen. Confession haben ihren Sound nicht groß verändert, aber dennoch die kleineren Fehler von "Cancer" fast größtenteils ausgemerzt. Besonders die Vocals klingen wieder echter, was bei Crafters Stimme ein Segen ist. Warum man da überhaupt mit Technik nachhilft ist mir ein Rätsel.

Man darf also gespannt sein was Confession auf ihrem dritten Album abliefern werden. "The Long Way Home" ist besser als sein Vorgänger und klingt auf jeden Fall um einiges echter als das überproduzierte "Cancer".

Text © by Sebastian Berning