Whitesnake - Mötley Crüe - Blink-182

Slide It In - 25th Anniversary Edition

Unterwegs-in © WoGi - Fotolia.com(19.09.2011) Mit "Slide It In" zielten David Coverdale und seine Band WHITESNAKE auf den amerikanischen Markt. Man wollte ihn kacken und auch Übersee den Erfolg haben, welchen man im UK und Europa schon lange genießt. Und endlich sollte man die erste Platinauszeichnung auch bekommen. Dafür brauchte man wilde Besetzungswechsel und zwei verschiedene Versionen des Werks.

"Slide It In" verabschiedet sich etwas vom bluesigen Hard Rock für den viele die Band schätzten und man orientierte sich zunehmend an dem in den Staaten damals so angesagten Hair Metal. Rockende Riffs, gutes Drumming und Keyboards. Darauf basierte der Sound der weißen Schlange zwar schon immer, doch mit dieser Platte wurden die Songs noch größer, noch eingängiger. Allein der Refrain des Titeltracks lässt sich nach einmal hören mitsingen. Mit 'Standing In The Shadow', 'Slow & Easy' oder 'Love Ain't No Stranger' sind auch viele andere Hits vertreten.

Bei der 25 Jahres Edition handelt es sich um ein vollgepacktes Rundumpacket bestehend aus CD und DVD im schicken Digipack. Das Album ist in der US-Version vorhanden, allerdings sind acht von zehn Songs bei den Bonustracks auch als UK-Mix, also der europäischen Version, enthalten. Hier wird deutlich was den Unterschied ausmacht. Nicht dass die Gitarren und Keyboards von den neuen Mitgliedern in der Band für den US-Mix neu eingespielt, viel gravierender ist der Klang. Die UK-Mixe klingen etwas dreckiger und nicht so glatt poliert wie die für den US-Markt bestimmten Versionen.

Mit 'Need Your Love So Bad' ist auch noch eine B-Seite vorhanden, ein netter eher ruhiger und bluesiger Track vorhanden. Sowie eine Akustikversion von 'Love Ain't No Stanger'. Die DVD bietet dem Fan die Videos zu den drei Singles und Live-Material, unter anderem von der TV-Sendung "Top of the Pops". Mit 27 Minuten fällt die Spielzeit allerdings etwas knapp aus, für Bonus-DVDs allerdings im Rahmen.

"Slide It In" zählt eh zu den besten Alben von WHITESNAKE. Die Edition zum 25. Geburtstag des Albums ist für Fans eine gute Investition, egal ob man das gute Stück schon in einer Version besitzt. Wer "Slide It In" noch nicht hat, der muss nun endgültig zuschlagen und findet keine Ausrede mehr.


Unterwegs in - © dzain - Fotolia.comNach ihren ersten beiden Alben, "Too Fast For Love" und "Shout At The Devil", zählten MÖTLEY CRÜE zu den wildesten Bands im Rockzirkus der ersten Hälfte der 80er. Das 1985 erschienende dritte Werk "Theatre Of Pain" soll die Band von einer glatteren und ausgereifteren Seite zeigen.

Der rotzige Verschnitt aus Glam, Metal und Hard Rock ist immer noch die Basis für den Sound der Band um Bassist Nikki Sixx. Allerdings zeigt man sich musikalisch etwas gereift und klingt glatter als auf den beiden eher dreckigen Vorgängeralben.

Allerdings wirkt die Band etwas orientierungslos. Man erreicht nicht die Klasse der Vorgänger und auch die beiden Nachfolger übertreffen "Theatre Of Pain" nahezu mühelos.  Zwar sind mit 'Use It Or Lose It', 'Home Sweet Home' oder 'Tonight (I Need A Lover)' schon mehr als gute Songs enthalten, insgesamt war die Truppe wohl zu sehr auf ihren Drogenkonsum konzentriert als auf das Songwriting der Platte. Dies gilt zwar auch für das 87er Album "Girls Girls Girls", stimmte dort aber die Qualität der Songs fast durchgehend.

Theatre Of Pain

Wer MÖTLEY CRÜE mag, der sollte eh die ersten fünf Alben besitzen - auch "Theatre Of Pain", das schwächste der klassischen Alben. Rotzige Riffs und eingängige Songs sind nunmal die Markenzeichen der vier Jungs aus L.A. und diesen werden sie hier ebenfalls gerecht.

 

Neighborhoods

Und da ist sie nun: Die Reunions-Scheibe von BLINK-182. Das letzte Album liegt acht Jahre zurück und man wusste eigentlich nicht was zu erwarten war. Entweder Pop Punk mit schmuddeligen Witzchen wie auf den ersten vier Alben oder doch eher erwachsenes und düsteres Songwriting wie auf dem letzten Album "Blink-182"? Oder wird es doch komplett anders klingen? Nach dem ersten Song 'Ghost On The Dancefloor', welcher vom Titel her eher flotten Pop Punk erahnen lässt, fragt man sich ob man hier die falsche CD hört. Der Sound der Band klingt viel mehr nach Tom DeLounges Zweitband ANGELS & AIRWAVES als nach BLINK-182. Auch die übrigen Songs klingen eher wie eine Mischung aus ANGELS & AIRWAVES und der letzten BLINK-182. Für Fans der ersten vier Alben ist "Neighborhoods" also sicherlich eine Enttäuschung, doch dem aufgeschlosseneren Fan können Songs wie 'Up All Night', 'Love Is Dangerous' oder 'Heart's All Gone' durchaus gefallen, denn gute Melodien besitzen die zehn neuen Stücke auf jeden Fall, nur ist eben der Sound sicherlich nicht das was viele sich gewünscht hätten. BLINK-182 sind aber nun einmal erwachsen geworden. Holen sich ihre Einflüsse auch von U2 oder THE CURE und eben nicht nur aus dem Punk Rock-Bereich. Man muss der Band also ordentlich Mut attestieren sich mit so einem Album zurück zu melden anstatt einfach "Enema Of The State II" auf der Markt zu werfen, was mit Sicherheit die meisten Fans schon zu Frieden gestellt hätte. Was man über "Neighborhoods" denkt ist also jedem selber überlassen. Das Trio wird damit wie immer Erfolg haben, dennoch nicht jeden Fan glücklich machen.

Text © by Sebastian Berning