Danger Danger - Machine Head

Screw It!

Unterwegs-in © WoGi - Fotolia.com(28.09.2011) Das 1989er selbstbetitelte Debütalbum von DANGER DANGER war wirklich ein mehr als gelungenes Album, welches leider zu wenig Aufmerksamkeit bekam. Es reichte "nur" für eine Goldauszeichnung, während WARRANT, POISON, SKID ROW oder MÖTLEY CRÜE im selben Jahr mindestens Doppelplatinauszeichnungen für die Wand bekamen. Dabei klang man wie eine geniale, Hit-lastige Mischung aus BON JOVI und WARRANT. Mit "Screw It!" melden sich die Jungs zwei Jahre später wieder.
Die Ausrichtung von "Screw It!" ist etwas rockiger und weniger schmalzig als noch auf dem Debütalbum. Dies kann man bedauern, muss man aber nicht. DANGER DANGER lieferten auch 1991 noch immer mehr als gut gemachten Hair Metal, welcher schnell ins Ohr geht. Mit 'I Still Think About You' feiert die Band zudem eine ihrer erfolgreichsten Singles, auch wenn man nie an den Erfolg anderer Hair Metal-Single-Balladen-Erfolge wie WARRANT's 'Heaven' oder '18 And Life' von SKID ROW heran reichte.
Mit 'Don't Blame It On Love', 'Get Your Shit Together' oder 'Find Your Way Back Home' sind noch einige weitere erstklassige Songs auf dem zweiten Werk der Hair Metaller enthalten. Über 'D.F.N.S.' kann man sich allerdings streiten. DANGER DANGER liefern hier just for fun einen Old-School-Hip Hop-Songs, dessen Soundeffekte damals sicherlich mehr als cool waren, doch für heutige Hörer wirkt dies sicherlich eher komisch wie der Titelsong von "Der Prinz von Bel Air".

"Screw It!" ist ein würdiger Nachfolger für "Danger Danger", kann allerdings nicht mehr Klasse des Debütwerks mithalten, dafür befinden sich keine zwingenden Übersongs wie 'Bang Bang' oder 'Feels Like Love' auf der Scheibe. Schlechte Songs findet man dafür trotzdem keine. DANGER DANGER aber blieben immer nur eine Band aus der zweiten Reihe was den Erfolg anging - ganz gerecht ist das nicht, wie diese Platte beweist.


Unterwegs in - © dzain - Fotolia.comNDa ist es nun endlich, das siebte MACHINE HEAD-Album, "Unto The Locust". Viereinhalb Jahre sind seit der Veröffentlichung des Metal-Monuments "The Blackening" vergangen. Man tourte Ewigkeiten um die Welt, trat mit SLIPKNOT, METALLICA, HEAVEN & HELL, TRIVIUM, LAMB OF GOD, SLAYER oder MEGADETH auf und irgendwie wurde das neue Album immer weiter nach hinten verschoben. Doch es ist vollbracht und "Unto The Locust" wurde auf die Welt losgelassen.
Nur sieben Songs schmücken das siebte MACHINE HEAD-Werk und in unter 48 Minuten liefern die vier Männer feinsten modernen Thrash Metal ab. Man geht den düsteren und vielseitigen Weg des Vorgängers weiter und fügt einige neue Akzente hinzu wie die Akustikgitarren zu Beginn von "Darkness Within" oder der Kinderchor in 'Who We Are'. Doch es sind eher die mitreißenden ersten drei Songs des Rundlings, die jedem Fan ein breites Grinsen auf die Lippen zaubern dürften. MACHINE HEAD präsentieren sich 2011 vielseitig, düster, mitreißend und mit einem Hang zu großen Melodien bei denen vor allem Sänger Robert Flynn glänzt, der sehr an seinem klaren Gesang gearbeitet hat und nun Töne trifft, welche man ihm kaum zugetraut hätte.

Unto The Locust

Die Thrasher wissen einfach wie sie gute Songs schreiben und setzen ihre Fähigkeiten dafür zu 100% ein. MACHINE HEAD klingen so mitreißend wie selten zu vor und besonderes der düstere Grundton, der auch schon "The Blackening" prägte, steht der Band sehr gut zu Gesicht. Wirklich viel zu motzen gibt es nun wirklich nicht bei "Unto The Locust". Sieben Songs in 48 Minuten sind auch einfach genug, da könnte man sich vielleicht ein Lied mehr wünschen, allerdings sollte man schon froh genug sein, dass MACHINE HEAD drei Alben hintereinander erstklassige Ware abgeliefert haben.

 

Text © by Sebastian Berning