RWE-Halle in Mülheim an der Ruhr

Shout It Out Loud Festival

Unterwegs-in © Firma V - Fotolia.com(29.02.2012) Auf einmal war es da, das Shout It Out Loud Festival. Nach 20 Jahren Pause meldeten sich die Glam Metal-Helden von CINDERELLA ausgerechnet in der Mülheimer RWE Halle exklusiv in Deutschland zurück anlässlich des 25 jährigen Bandbestehen. Mehr Weltklasse hat Mülheim an der Ruhr in musikalischer Hinsicht noch nie erlebt. Gut, das Caslte Rock Festival zieht sicherlich den ein oder anderen Goth jedes Jahr in die Stadt. Die Indie Rocker von TOMTE haben 2009 auch in meiner Heimatstadt gastiert und Ende der 90er war sogar die Post-Hardcore-Legende AT THE DRIVE-IN (vor ihrem Durchbruch) zu sehen. Das war es aber auch schon mit der Liste großer Rock- und Popstars. Erst CINDERELLA brachten etwas Konzertleben in den grünen Fleck des Ruhrgebiets. Später sollten noch ALICE COOPER, LAURYN HILL und MARILLION folgen. Gut 1500 Leuten haben sich letztes Jahr die Erstauflage des Shout It Out Loud gegeben. Neben CINDERELLA standen unter anderem auch BONFIRE und KISSING DYNAMITE auf der Bühne. Unter den Anwesenden konnte man erstaunlich viele Leute im Alter von 18 bis 25 sehen - Menschen, die die Großtaten von MÖTLEY CRÜE, POISON, RATT oder WARRANT nicht mit erlebt haben. Dennoch wurde das SKID ROW- oder L.A. GUNS-Shirt voller stolz getragen als wäre man '89 schon auf dem Sunset Strip dabei gewesen. Auch wenn die meisten Bands letztes Jahr gute Shows abgeliefert haben, warteten alle nur auf Tom Keifer und seine Jungs von CINDERELLA. Die Band rockte sich eine gute Stunde lang durch ihre drei ersten Alben und spielte so ziemlich alles was die Fans hören wollten. Der Fokus lag natürlich auf dem Debütalbum "Night Songs"; "Still Climbing" wurde (leider) ganz außen vor gelassen.


Unterwegs in - © sumnersgraphicsinc - Fotolia.comNur gab es kritische Stimmen bezüglich der Organisation zu vernehmen. Besonders was die Bierstände anging wurde viel gemotzt und für dieses Jahr genauso viel Besserung versprochen damit dieses Jahr alles etwas reibungsloser abläuft. In der zweiten Runde soll die gesamte Organisation besser laufen, nicht nur an den Bierständen. Auch was den Ein-, Aus- und Wiedereinlass angeht gelobte man sein best mögliches zu tun. Und man wollte sich bemühen POISON als Headliner zu bekommen. Bandtechnisch fährt man mit DANGEROUS TOYS als Headliner und TUFF sowie VAIN drei Originale der 80er Glam- und Sleaze-Szene auf. Zwar waren erst QUIET RIOT als Headliner angekündigt, doch sagten diese ab. Mit POISON wurde es leider auch nichts, obwohl man eine Chance von 80% sah Bret Michaels und seine Bande nach Deutschland zu bekommen. Dennoch werden auch DANGEROUS TOYS ihrem Publikum einheizen mit Songs wie 'Teas'n Pleas'n', 'Ten Boots' oder 'Outlaw'. Zwar kann man Verkaufstechnisch nicht mit dem letztjährigen Headliner CINDERELLA mithalten und auch nicht mit QUIET RIOT, dennoch hat die Band definitv eine Berechtigung Headliner zu sein. Doch auch TUFF haben einiges zu bieten. Ihr 1991er Debüt "What Comes Around Goes Around" bietet genug erstklassige Songs wie den kleinen Hit 'I Hate Kissing You Goodbye', das poppige 'Forever Yours' oder das lässig rockende 'Good Guys Wear Black'. Vom VAIN-Debüt "No Respect" muss man eh kaum sprechen. Der Titeltrack, 'Secrets', 'Aces' oder 'Beat The Bullet' sind Songs die jeder Sleaze-Fan kennen sollte. Mit HARDCORE SUPERSTAR, SISTER und CRASHDIET ist zudem noch die Speerspitze der schwedischen Sleaze-Szene in Mülheim vertreten. Auch neuere Kaliber wie HOLLYWOOD BURNOUTS oder die Niederländer von VANDERBYRST, deren erstes Album bekanntlich viel Anklang in der Szene fand, werden den Fans mit heißem Rock'n'Roll einheizen.

Übrigens

Unterwegs in - © Yuri Arcurs - Fotolia.comDie zweite Runde des Shout It Out Loud Festivals verspricht also erneut eine ordentliche Portion Rock'n'Roll, die junge und alte Fans gleichermaßen anziehen wird. Wer auf geilen 80er Rock steht, der muss einfach am 10. März 2012 in der Mülheimer RWE Halle dabei sein. Wer weiß wann man noch mal die Gelegenheit hat etwa DANGEROUS TOYS in Deutschland zu sehen.

Text © by Sebastian Berning